Horgen - Kennzahlen 2019

  • Genehmigte Verbrennungskapazität: 35.000 Tonnen
  • Menge der verbrannten Abfälle: 34.953 Tonnen
  • Betriebsstunden: 8.239 pro Jahr
  • Stöchiometriefaktor: 1,01*
  • Sorptionsmittelverbrauch: 10,4 kg/ Tonne Abfall
  • Anfallende NRP**: 9,0 kg/Tonne Abfall
  • Stromerzeugung: 537 kWh Strom/Tonne Abfall 
  • Fernwärme: 1.184 kWh Wärme/Tonne Abfall

 

Quelle ZVHo - RESOLEST * basierend auf einer Analyse der Reststoffe ** Natriumhaltige Reststoffe (NRP)

 

Horgens Anforderungen: Müllverbrennung im Hochlastbetrieb 

Die Umbauarbeiten an der nahe dem Zürichsee angesiedelten Schweizer Müllverbrennungsanlage wurden 2015 erfolgreich abgeschlossen - darunter die Installation des SOLVAir®-Rauchgasreinigungssystems, um den Betrieb bis 2030 und darüber hinaus sicherzustellen. 

Das Ziel: So geringe Emissionswerte wie möglich 

Da die Anlage in unmittelbarer Nähe von Wohn- und Naturschutzgebieten liegt, sind möglichst geringe Emissionswerte am Kamin gesetzlich gefordert. Mit dem SOLVAir®-Konzept können Schadstoffwerte gewährleistet werden, die mit den bisherigen, im Nassverfahren erreichten Werten vergleichbar sind oder darunter liegen.

 

Was SOLVAir® Horgen bietet

Vom Nassverfahren zum SOLVAir®-Trockensorptionsverfahren

Von den bisher zwei Verbrennungslinien wurde nur noch eine beibehalten, mit einer genehmigten Verbrennungskapazität von 35.000 Tonnen Müll jährlich. Der Verbrennungsofen wurde ausgewechselt und das Rauchgasreinigungssystem wurde vom Nassverfahren auf die trockene Rauchgasreinigung mit vorgemahlenem SOLVAir® SB 0/3-Natriumbicarbonat umgestellt.

Reststoff-Recycling in der RESOLEST-Anlage

Gemäß den kantonalen Regelungen der Schweiz müssen Reststoffe aus der Rauchgasreinigung recycelt werden. Die RESOLEST®-Recycling-Anlage im Nordosten Frankreichs verarbeitet die Reststoffe zu Sole, die dann wiederum in den SOLVAY-Sodafabriken verwendet wird. Das Verfahren wird von den Schweizer Behörden als Recycling-Verfahren anerkannt. 

 

Nutzen für Horgen

Optimierung der Anlage 

Das Rauchgasreinigungssystem wurde mit einem internen Reststoff-Rezirkulationssystem ausgestattet. So kann das Sorptionsmittel unabhängig von der Schadstoffkonzentration maximal genutzt und die Menge an natriumhaltigen Reststoffen verringert werden.

Hohe Energierückgewinnung für das Fernwärmenetz

Da die SOx-Emissionen vor der DeNOx-Katalysatoranlage (SCR) auf unter 10 mg/Nm³ tr. 11% O2 gesenkt werden, kann der SCR-Katalysator ohne Wiederaufheizung des Gases arbeiten. Überschüssige Wärme wird in das das Fernwärmenetz eingespeist.  

 

Gesetzliche Anforderungen und erzielte Werte

 

Rauchgasbestandteile 

Rohgas vor der Reinigung

mg/Nm3 (Durchschnittswert / Höchstwert)

Reingas – Jahresdurchschnittswert 

mg/Nm3, trocken 11 % O2

Gesetzliche Vorgabe – Tagesdurchschnittswert 

mg/Nm3, trocken bei 11 % O2

Staub 

50 / 500

0,1

10

Salzsäure (HCl)

500 / 2000

0,8

10

Schwefeloxide (SO2)

150 / 500

7,5

50

Stickoxide (NOx)

200 / 400 

58,8

100

Quecksilber (Hg)*

 

6,6.10-3

50.103

Dioxine/Furane (PCDD/PCDF)*

 

4,6.10-3

100.103

Quelle: ZVHo

*Punktuelle Probenahme